GAP – Gesunde Arbeit in Pionierbranchen


Digitalisierung und Industrie 4.0: Neue Herausforderungen für Unternehmen.

„Industrie 4.0“ als Zukunftsvision setzt auf die fortschreitende Digitalisierung und intelligente Vernetzung von Produktions- und Dienstleistungsprozessen. Der globale Wettbewerb drängt Unternehmen, sich mit diesem technologischen Wandel auseinanderzusetzen. Die Erwartungen an Produktivitätssprünge und Wachstumsimpulse fallen hoch aus. Zugleich verlangt die Umsetzung den Unternehmen und ihren Beschäftigten einiges ab.

So ist mit einer Zunahme der Produkt- und Prozesskomplexität sowie verkürzten Innovationszyklen zu rechnen. Die Investitionen in entsprechende Anlagen sind teuer. Der Datenschutzbedarf steigt. Die Anpassungen benötigen vielfältige interne und externe Unterstützung. Vorhandene Routinen geraten unter Veränderungsdruck. Für die Gestaltung gesundheitsgerechter Arbeit ergeben sich neue Fragen.

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Mensch und Technik: Wohin geht die Reise?

Die verschiedenen technischen Veränderungen – angefangen bei der Einführung neuer Software über die Automatisierung und Vernetzung betrieblicher Logistik bis hin zur Optimierung der Fernwartung – bieten Chancen und Risiken. Physische Belastungen können reduziert und Arbeit qualitativ aufgewertet werden. Mehr Gestaltungsspielräume, vielfältige kommunikative Anforderungen und die Entwicklung spezifischer Kompetenzen können dabei gesundheitsförderlich wirken.

Allerdings sind auch Belastungsfolgen erwartbar, wie die Intensivierung von Arbeitsanforderungen, ein Verlust an Zeitsouveränität und die wachsende Erfahrung der Entfremdung von der eigenen Tätigkeit. Die Arbeitssicherheit bei der Zusammenarbeit mit Robotern und Automaten ist neu zu justieren. Mit digitalen Technologien können sowohl Über- als auch Unterforderung von Beschäftigten einhergehen. Die Entgrenzung zwischen Frei- und Arbeitszeit und andere psychische Belastungen können (weiter) zunehmen. Neue Kontrollformen betreffen das Miteinander im Betrieb und bedürfen betrieblicher Regelungen.


Entwicklung eines „Arbeits- & Gesundheitsschutz 4.0“

Über die Digitalisierung und Vernetzung betrieblicher Prozesse und ihre Folgen für Arbeit, Gesundheit und Beschäftigte wissen wir bislang noch zu wenig. Das GAP-Projekt wird im Verbund von Wissenschaft und Praxis erste Antworten und Gestaltungsansätze in größeren Vorreiterunternehmen sowie in Pionierbranchen wie der Photonik, der Halbleiter- und der Windenergietechnik aufspüren.

Ziel ist es, Arbeits- & Gesundheitsschutz an die neuen Herausforderungen anzupassen. Zusammen mit Pilotunternehmen und Technologienetzwerken werden verschiedene Instrumente für einen wirksamen betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt. Sie setzen an den vorhandenen Strukturen an.

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Akteure im GAP-Projekt

2 Pilotunternehmen und 2 Netzwerke: die Gestaltungsebene

Die Gestaltungsmaßnahmen werden zunächst in den zwei Pilotunternehmen POG (Gera) und HAP (Dresden) sowie in den zwei Technologienetzwerken OptoNet und Silicon Saxony entwickelt. Das Windenergy Network und Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien werden weitere Gestaltungspartner.

12 Vorreiter-Unternehmen: das vorhandene Erfahrungswissen

Erste Erfahrungen in der Anwendung neuer Technologien der Industrie 4.0 werden in Betriebsfallstudien dargestellt und praxistauglich aufbereitet. Vorreiter-Unternehmen sowie Ausstatter der Industrie 4.0 liefern Gestaltungsbeispiele für die klein- und mittelständisch geprägten Pionierbranchen. In Konzeptworkshops werden Adaptions- und Umsetzungs- strategien entwickelt.

4 Hochschulen: die interdisziplinären Perspektiven

Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch die Arbeitsmedizin der TU Dresden, die Arbeitspsychologie der Universität Greifswald, die Arbeitssoziologie der Universität Jena sowie durch Wirtschaftsingenieure der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Unterstützt werden betriebliche Prozesse der Gefährdungsbeurteilung und der Beteiligung von Beschäftigten. Zusammen mit den Netzwerkpartnern werden Handlungsempfehlungen für Pionierbranchen erarbeitet.


Der Anspruch des GAP-Projektes: Die Lücke schließen

Durch das GAP-Projekt werden erstmalig die Lücken im Arbeits- und Gesundheitsschutz angesichts neuester technologischer Anforderungen der Industrie 4.0 sichtbar gemacht. Mit Pilotunternehmen und Technologienetzwerken werden für die drei Pionierbranchen Photonik, Halbleitertechnik und Windenergie selbstlernende und netzwerkkoordinierte Praxisinstrumente konzipiert und erprobt. Innerhalb von drei Jahren werden u. a. eine betriebliche Toolbox mit mehreren arbeitsmedizinischen Instrumenten, ein Manual zur Umsetzung der Netzwerkkoordination, ein Fallstudienarchiv, Qualifizierungskonzepte und weitere Module entstehen.


Das GAP-Projekt unterstützt Sie

Über die Digitalisierung und Vernetzung betrieblicher Prozesse und ihre Folgen für Arbeit, Gesundheit und Beschäftigte wissen wir bislang noch zu wenig. Das GAP- Projekt wird im Verbund von Wissenschaft und Praxis erste Antworten und Gestaltungsansätze in größeren Vorreiterunternehmen sowie in Pionierbranchen wie der Photonik, der Halbleiter- und der Windenergietechnik aufspüren.

Ziel ist es, Arbeits- & Gesundheitsschutz an die neuen Herausforderungen anzupassen. Zusammen mit Pilotunternehmen und Technologienetzwerken werden verschiedene Instrumente für einen wirksamen betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz entwickelt. Sie setzen an den vorhandenen Strukturen an.

Management und Experten in Unternehmen

  • Analyse der betrieblichen Gesundheitssituation
  • Aktualisierung und Optimierung betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutzprozesse, z. B. Unterstützung bei der Gefährdungsbeurteilung
  • Transfer des Erfahrungs- und Gestaltungswissens von Vorreiterunternehmen der Industrie 4.0

Beschäftigte und Interessenvertretungen

  • Unterstützung bei der Ermittlung des arbeitsgestalterischen Bedarfs am Arbeitsplatz
  • Mitsprache- und Beteiligungsgelegenheiten für gesundheitsgerechte Arbeitsbedingungen
  • Qualifizierung zur Umsetzung von betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzprojekten

Koordinatoren von Technologienetzwerken

  • Koordination von Arbeitskreisen zum Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz
  • Bereitstellung verschiedener Fachperspektiven auf ein Thema durch Expertenvermittlung und Wissensdatenbanken
  • Qualifizierung zur Orientierung in betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzprozessen

Verbundkoordination

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Institut für Soziologie
Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie

Prof. Dr. Klaus Dörre
Thomas Engel, M.A.
+49 (0)3641 9-45529
thomas.engel@uni-jena.de

Erstes Treffen der Mitglieder des GAP-Verbundprojektes in Jena, Februar 2016



Bildmaterial von Friedrich-Schiller-Universität Jena, EDC Electronic Design Chemnitz GmbH, IHK Erfurt, Roth & Rau - Ortner GmbH